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Der KopfgelenkbereichDer Kopfgelenkbereich besteht aus dem oberen und dem unteren Kopfgelenk. Das obere Kopfgelenk (Articulatio
Der Atlas besitzt als einziger Wirbel keinen Wirbelkörper. Dafür besitzt dieser Wirbel rechts und links sogenannte Auftreibungen (Massa lateralis), welche im Bild rechts an den blauen schuhsohlenförmigen Flächen zu erkennen sind. Diese Auftreibungen sind über den vorderen und hinteren Atlasbogen verbunden. Die Oberseiten der Auftreibungen bilden zwei Gelenkpfannen, die mit den sogenannten “Kondylen” des Hinterhauptbeins in Kontakt treten. Die Gelenkflächen stimmen nicht genau überein, was uns die Möglichkeit gibt, Nick- (maximal 30 Grad) und seitliche Neigbewegungen (weniger als 20 Grad) durchführen zu können. Der Atlas “trägt” bildlich gesprochen den Kopf, wie der Riese Atlas aus der griechischen Mythologie das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trug. Daher stammt auch der Name des Wirbels. Der Atlas hat das Gewicht des Kopfes von bis zu 7 Kilogramm zu tragen.
Das Kopfgelenk ist sehr beweglich, weil es recht “schlaff” ist. Um aber zu vermeiden, dass unkontrollierte Streck-, Beuge- und Drehbewegung das Rückenmark verletzen, hemmen mehrere Bänder die Bewegungsarten im Kopfgelenk. Die Membrana atlantooccipitalis anterior erstreckt sich zwischen vorderem Atlasbogen und Hinterhauptbein. Dieses Band verhindert übermässiges Strecken im oberen Kopfgelenk. Es gibt drei weitere wichtige Bänder, welche im nebenstehenden Bild ersichtlich sind. Diese ziehen sich V-förmig vom Dens an die vordere und seitliche Begrenzung des Hinterhauptlochs. Die seitlichen Bänder heissen Ligamenta alaria, das Band in der Mitte heisst Ligamenta cruciforme. Diese Bänder hemmen ein übermässiges Drehen und Kippen im unteren Kopfgelenk. Ein “komplettes” Bild des Kopfgelenkes finden Sie als Zusammenfassung hier.
Die klassische HalswirbelsäuleDie klassische Halswirbelsäule besteht aus fünf Wirbeln C3 bis C7.
Die Wirbel haben weitgehend die typische Wirbelgrundform, sie sind jedoch an der Foramina transversaria (Das ist eine Art Kanal für Arterien) als Halswirbel zu erkennen. Die Halswirbel sind im Vergleich zu den Wirbeln der restlichen Wirbelsäule kleiner, wobei sie sich von kranial (oben) nach kaudal (unten) vergrössern, sie sind auch quer breiter als von vorn nach hinten. Die obere Vorder- fläche des Wirbels ist schaufelförmig ausgebildet. Die Seitenränder dieser Fläche ist aufge- worfen, das nennt man Uncus corporis, an der Unterseite jedoch abge- schrägt und gefurcht. Vom Uncus corporis gehen gelegentlich kleine Knochenwucherungen aus, die auf die jeweiligen Spinalnerven drücken können. Die Halswirbellöcher sind verhältnismässig gross, weil sie die zervikale Anschwellung des Rückenmarks (Intumescentia cervicalis) aufnehmen. Jeder Halswirbel steht über den oberen Gelenkfortsatz, auch Facies articularis superior genannt, zum unteren Gelenkfortsatz des darüberliegenden Halswirbels in Kontakt. So bildet sich der Wirbelkanal der HWS, der auch Foramina intervertebralia genannt wird. Der 7. Halswirbel, auch Vertebra prominens genannt, hebt sich ein wenig von den anderen Wirbeln der HWS ab. Sein sehr langer Dornfortsatz endet in einem deutlichen Höcker. Diesen Höcker kann man am unteren Ende der Nackenfurche relativ leicht ertasten. Dem 7. Halswirbel fehlt manchmal der Foramen transversarium auf einer oder auch auf beiden Seiten. Die Halswirbelsäule beherbergt des weiteren einen Teil des Rückenmarks, nämlich 8 Rückenmarkssegmente (Halssegmente) die insbesondere die Atmungsmuskulatur und die oberen Extremitäten versorgen..
Aber nicht nur Nervenstränge durchlaufen die Halswirbelsäule, es gibt auch Arterien, die die HWS als “Kanal” benutzen. Die wichtigsten Arterien hier sind die zwei Arteria vertebralis. Beide Arterien entspringen der Arteria subclavia (Ateria ist lateinisch für Arterie), ziehen sich rechts und links der HWS durch die Foramina transversi (Plural für Foramina transversaria) des 6. bis 2. Halswirbel, nach dem Durchtritt durch den 2. Halswirbel biegt jede der Arterien dorsal (nach hinten) ab und verläuft auf dem hinteren Atlasbogen, dies ist die Atlasschleife der Arterie. Die Arterien gehen dann in die hintere Schädelgrube und verlaufen dann wieder nach vorn (kranial). Beide Arteria vertebralis vereinigen sich dann zur Arteria basilaris. Ich hoffe, ich konnte Ihnen den filigranen und komplizierten Aufbau der Halswirbelsäule etwas näher bringen. Diese Erklärungen hier sind meiner Meinung nach wichtig, um zu verstehen, welche Folgen Verletzungen der HWS nach sich ziehen können. Leider kommt es in unserer technisierten Welt häufig zu Verletzungen der HWS, denken Sie nur an das Schleudertrauma. |
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