Anatomische Studie

Anatomische Studie zur Darstellung der biomechanischen Wertigkeit des Ligamentum alare beim Menschen

An Anatomical Study Explaining the Biomechanical Importance of Alar Ligaments in Humans

Ausführende:

Holck, Per

Institut of Anatomy University of Oslo

Montazem, Abbas

Neurosurgeon, Dep. of Spine Surgery, General Hospital Bühl

Schmezer, Albrecht

Traumatic surgeon, General Hospital Bühl

Stokke, Trond

Radio-Frequence Clinik, Oslo

Stern, Helmut

Graphicdesign, Aichach

 

Kurzfassung für Anwälte, Gerichte und Patienten

Die Flügelbänder haben die Funktion eine Extension des Kopfes zu vermeiden, d. h., die Hinterhauptschuppe kann bei intakten Ligamenta alaria nicht angehoben werden, so dass kein Abstand zwischen Hinterhauptschuppe und C2, bzw. C1 entsteht.

Viel wichtiger ist die Funktion der limitierenden Drehbeweglichkeit. Bei diesem Film habe ich zunächst einmal die Beweglichkeit des Gelenkkomplexes C0/C1/C2 bei völlig intakten Ligamenta alaria gezeigt. Aus der Sicht von vorne, dann von oben, so dass man die Zähne des Kadavers sehen kann. Bei Seitenneigung geringfügige Beweglichkeit C1 gegenüber C2, keinerlei Überlappung, die Drehbeweglichkeit ist sehr limitiert.

Im zweiten Teil werden die Ligamenta alaria überdehnt und dann auf beiden Seiten mit Tinte markiert. Die Überdehnung der Ligamenta alaria, die bei Unfällen häufig vorkommt, wird hier nachgeahmt. Es ist gut sichtbar, wie das Ligament sich faltet und auch die Abstandsänderung zwischen C1 und C2 ist erheblich größer als zuvor bei intakten Ligamenten. Die Seitenneigung zeigt eine größere Überlappung und auch eine größere Abstandsänderung des Facettengelenks C1/C2.

Diese Fehlbeweglichkeit verursacht neben erheblichen Kopfschmerzen auch cervicoencephale Symptome, die wir aus den Berichten der Patienten kennen.

Im dritten Teil geht es darum die Ligamenta alaria zu durchtrennen. Zuerst wird das Ligamentum alare auf einer Seite durchtrennt. Es ist sofort sichtbar, dass die Drehbeweglichkeit C1 gegenüber C2 erheblich an Ausmaß zunimmt. Es ist kein bewegungslimitierendes Ligament mehr vorhanden, auch wenn das Ligament einseitig gerissen ist. Die Extension des Kopfes zeigt eine erhebliche Zunahme der Abstandsänderung zwischen C1 und C2. Die Seitenneigung zeigt Fehlbeweglichkeiten, insbesondere bei C0 und C2.

Der gesamte Bewegungsablauf von hinten gesehen und von vorne, wobei hier die erschreckende Drehfähigkeit des Kopfes nach einseitiger Durchtrennung des Ligamentum alare besonders gut dargestellt wurde.

Anschließend wird im vierten Teil das linke Ligamentum alare durchtrennt. So ist von beiden Seiten eine ungehinderte Bewegungszunahme zwischen C0/C1 und C2, sowie eine ungehinderte Drehbeweglichkeit C1 gegenüber C2 sichtbar.

Bei der Ansicht von vorne, in welcher die Zähne auch gut sichtbar sind, kommt es hier bei bestimmten Bewegungen beinahe zur Luxation zwischen dem erstem und zweitem Halswirbel.

Der fünfte Teil der Sektion mit Durchtrennung des Ligamentum transversum atlantis steht bei unseren Fällen nicht zur Debatte.

Ich hoffe, dass dieser aufwendig produzierte Film dazu beitragen kann, die Tatsachen bei Gericht besser darzustellen. Ich kann Ihnen auch versichern, dass ich nach 17jähriger Erfahrung mit dieser Patientengruppe und Operationen an mehr als 500 Patienten mit Sicherheit sagen kann, dass solche Dehnungen oder Verletzungen der Ligamenta alaria durch eine konservative Behandlung keineswegs eine Besserung zeigen.

 Download des Films (ca. 270 MB)

 

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